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Salvatorkirche feiert 300Jähriges

Vor drei Jahren, also 2017, konnte schon einmal gefeiert werden, nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 300 Jahre Grundsteinlegung der Geraer Salvatorkirche. Drei Jahre wurde damals gebaut, so dass die Kirche vor 300 Jahren, also 1720 geweiht und in ihren Dienst gestellt werden konnte. Das ist jetzt ein weiterer Grund, der langen Geschichte der Kirche auf dem Nicolaiberg zu gedenken. Gleich zwölf Veranstaltungen haben Pfarrer Stefan Körner, Nico Boje und Edwin Tostlebe, der engere Kreis des Vorbereitungsteams, geplant. Nicht ganz zufällig fallen die Termine auf jeden 25. eines Monats. Nico Boje rechnete und entdeckte zur eigenen Überraschung: 25 mal zwölf ergibt 300. Man brauche dazu nicht einmal höhere Mathematik. Doch der 25. hat auch eine historische Bedeutung. Zwei Jahre nach dem großen Stadtbrand in Gera, also 1782, wurde die neu errichtete Kirche am 25. Dezember wiedereröffnet. Selbst nach dem Umbau des Innenraumes im Jugendstil, erfolgte die Einweihung am 25. Dezember jenen Jahres. „An jedem 25. eines Monats bis zum 1. Weihnachtsfeiertag 2020 werden wir mit einer Veranstaltung unterschiedliche Akzente setzen“, erklärt Stefan Körner, der zugleich geschäftsführender Pfarrer der Stadtkirchengemeinde Gera ist. Als Bonus gibt es am 26. September 2020 wieder ein Nicolaibergfest, das 2019 sehr gut angenommen wurde.

Seit November 2018 beschäftigt man sich im engeren Vorbereitungskreis mit diesem außergewöhnlichen Kirchenjubiläum. Nico Boje widmet sich schon viele Jahre der Geschichte des Gotteshauses. Seit 2011 bietet der gebürtige Geraer Führungen in der Salvatorkirche an. Seine jahrelangen Recherchen werden in eine umfangreiche Ausstellung münden. Mit der Auftaktveranstaltung am 25. Januar, ab 15 Uhr, wird diese Ausstellung zu den drei Epochen der Kirchengeschichte eröffnet und ist das gesamte Jahr hindurch zu sehen. Hier werden erstmalig Stücke aus dem Fundus des Geraer Stadtmuseums gezeigt. Zu historischen Bauplänen und Bauansichten kommt ein originales Wolkenornament aus Holz aus der barocken Ausstattung des Innenraumes der Kirche. Weiterhin ist ein Holzmodell zu sehen, das vor einiger Zeit durch die Otegau gefertigt wurde. Es zeigt die historische Bebauung des Nicolaiberges noch ohne die große Freitreppe. Diese kam erste im Jahre 1898 hinzu. Zeitgleich zur Ausstellung erscheint das Buch „Geschichte St. Salvator“. Auf 60 Seiten widmet sich Nico Boje wichtigen Ereignissen und Episoden aus der 300-jährigen Geschichte, von der Grundsteinlegung vor 303 Jahren bis heute. Bau- und Stadtgeschichtliches, die Zerstörung beim Stadtbrand sowie Umbauarbeiten jeglicher Art bis zu den letzten Renovierungen im 20. Jahrhundert werden beschrieben.

Als Kurator konnte Stefan Körner Edwin Tostlebe, Vorstand des Kulturbundes Gera, gewinnen. „Ohne seine Erfahrungen bei der Auswahl und der Organisation von Ausstellungen hätten wir das kaum stemmen können“, bestätigt der Gemeindepfarrer. „Mit dem Programm wollen wir nicht nur zurückschauen, sondern auch eine Bestandsaufnahme machen und einen Zukunftsblick wagen“, so Stefan Körner. Es sei ihm wichtig zu erfahren, mit welchem Blick die Menschen auf Religion schauen, Menschen, die nicht intensiv mit Kirche zu tun haben. Wie werde Spiritualität und Kirche in der Gesellschaft wahrgenommen. Daher habe man sich mit dem Angebot sehr breit aufgestellt, um einen hohen Wahrnehmungsgewinn und einen maximalen Erkenntnisgewinn zu erzielen. Dabei möchten die Organisatoren mit Besuchern der Ausstellung, aber auch mit den Gemeindemitgliedern und Gottesdienstbesuchern ins Gespräch kommen. „Vielleicht“, so hofft Stefan Körner, „kann man durch neue Perspektiven auch Dinge in Bewegung bringen, die lange eingefahren sind.“

Installationen von Künstlern, wie etwa des in Gera geborenen Thomas Prochnow ab 25. Februar, sollen anregen, über zeitgenössische Kunst zu sprechen. Bilder des Malers Konrad Masiero schlagen ab 25. April eine Brücke zwischen altmeisterlicher und zeitgenössischer Kunst und schließlich stellt Kurator Edwin Tostlebe ab 25. September die Frage nach „Gott 2.0“, wobei er Gott in der digitalen Welt sucht. Alle musikalischen Beiträge, Künstler und Ensembles, hat Martin Hesse, Kantor der Stadtkirchengemeinde, für das Jubiläumsjahr organisiert.

Die Salvatorkirche wird über das gesamten Zeitraum regelmäßig geöffnet sein, so dass viele Besucher die Ausstellungen und Installationen erleben können. Seit dem November letzten Jahres gibt es bereits einen Fotokalender über die Salvatorkirche und ab dem 25. Januar werden neben dem Buch „Geschichte St. Salvator“, ein Jubiläumsbier in einer Ein-Liter-Flasche und als Souvenir ein Porzellankreuz dazukommen. „Ohne die tatkräftige Mitarbeit von den über zwölf ehrenamtlichen Helfern, die den erweiterten Kreis des Organisationsteams bilden, wäre solch eine umfangreiche kulturelle Gesamtveranstaltung nicht denkbar“, ist sich Stefan Körner sicher.

Der Programmflyer inklusive dem ausführlichen Monatsprogrammen kann über die Internetseite der Geraer Stadtkirchengemeinde www.kirche-gera.net betrachtet und heruntergeladen werden.

( Wolfgang Hesse, 21.01.2020 )

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