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Langzeitlosen endlich eine Perspektive bieten

Es scheint der Bundesregierung endlich gelungen zu sein, Langzeitarbeitlosen eine Perspektive zum Wiedereinstieg in das Berufsleben zu bieten, bei der sie nicht von Jahr zu Jahr hangeln und dabei von Maßnahme zu Maßnahme geschickt werden. Der Schlüssel zum Erfolg, zumindest schon mal auf dem Papier, heißt Teilhabechancengesesetz und ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten. „Es bietet Möglichkeiten zu einer nachhaltig nutzbaren kommunalen Beschäftigungs- und Sozialstrategie. Den grundlegenden sozialpolitischen Zielen der Stadt Gera entsprechend, die im ‚Sozialplan 2018-2023 - Integriertes Handlungskonzept der Stadt Gera‘ verankert sind und vom Stadtrat bestätigt wurden, will die Stadt die neuen Fördermöglichkeiten nutzen”, erklärt Sozialdezernentin Sandra Wanzar, die sich glücklich zeigt, dass der jahrelange Einsatz, Langzeitarbeitslosen endlich den Wiedereinstieg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen, gelungen scheint. Angesprochen sind vor allem jene Menschen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. „Es gibt zwei neue Paragraphen, den 16e und 16i. 16e regelt Lohnkostenzuschüsse für Langzeitarbeitslose, die mindestens seit zwei Jahren ohne Beschäftigung sind. Für diesen Personenkreis kann der Arbeitgeber eine zweijährige Förderung beantragen, die im ersten Jahr einen Zuschuss von 75 Prozent, im zweiten Jahr von 50 Pozent gewährt. 16i richtet sich an Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind und mindestens sechs Jahre im Bezug von Arbeitslosengeld II stehen. Hier erhält der Arbeitgeber die ersten zwei Jahre 100 Prozent und die restlichen drei Jahre jeweils um 10 Prozent reduzierte Zuschüsse”, erklärt Sandra Wanzar. Ergänzt von Kai Loth, Bereichsleiter im Jobcenter Gera: „Bevor jene Menschen, die seit vielen Jahren ohne Beschäftigung sind, ihren neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, nehmen sie mindestens zwei Monate lang an einer Aktivierung teil. Diese soll sie wieder befähigen, einen regulären Alltag von acht Stunden Arbeitszeit zu bewältigen. Begleitend erhalten sie einen Coach, der als Mittler zwischen ihnen und dem Arbeitgeber eventuell auftretende Probleme, Sorgen, Ängste, Nöte klären kann. Hinzu kommt die Möglichkeit der Übernahme von Weiterbildungskosten für den geförderten Personenkreis in Höhe von maximal 3.000 Euro.”

Nicht nur für Unternehmen, die sich sozial engagieren wollen und Langzeitarbeitlosen eine Perspektive bieten wollen, ist dieses Gesetz eine Win-Win-Situation. Auch für die Kommune, für Gera selbst, ist das Teilhabechancengesetz eine Möglichkeit, Menschen eine Chance zu bieten, am gesellschaftlichen Leben wieder teilhaben zu lassen. „Durch die Förderung auf Grundlage des neuen Teilhabechancengesetzes und die Einsparung von städtischen Sozialausgaben könne die Integration nahezu kostenneutral erfolgen”, erklärt Sandra Wanzar und sagt damit, dass die Stadt, die selbst als Arbeitgeber fungieren wird, zwar die aufzubringende Differenz zwischen Förderung und Lohnkosten (ab dem dritten Jahr jeweils um 10 Prozent steigend) tragen muss, aber diese geringer ist, als die zu leistenden 100 prozentigen Sozialausgaben für jenen Langezeitarbeitslosen. „Wir planen 50 Arbeitskräfte in Tätigkeitsfeldern einzusetzen, die in besonderem städtischem Interesse liegen. Das sind Ordnung und Sauberkeit in den Stadtteilen, Grünanlagenpflege, Verschönerungsarbeiten an Freiflächen und Gebäuden sowie soziale und kulturelle Dienst- und Unterstützungsleistungen.” Die Umsetzung der Fördermöglichkeiten erfolge in enger Zusammenarbeit mit der OTEGAU als kommunalem Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum und dem Jobcenter Gera. „Mit diesen zwei Förderinstrumenten ist der Anreiz für Langzeitarbeitslose deutlich gestiegen, verstärkt in Unternehmen Fuß zu fassen. Es ist auch 2019 unsere Aufgabe die Arbeitslosenquote zu minimieren, die Qualifizierung unserer Kunden zu fördern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen”, bringt es Birgit Becker, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera, abschließend auf den Punkt.

( Fanny Zölsmann, 12.02.2019 )

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