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Großes Kino im Metropol

Im November 2014 wurde das Metropol Kino nach aufwendiger Sanierung neu eröffnet. Etwas mehr als vier Jahre sind seitdem vergangen und mit über 47.000 Besuchern im vergangenen Jahr, in den mittlerweile drei Sälen, wächst die Schar an begeisterten Kinogängern im Geraer Programm Kino weiter an. So freuen sich die Geschäftsführer und feiern in diesem Jahr gleich den 100. Geburtstag. „Wir können zählen, aber das 100jährige ist kein Irrtum, denn das Kino wurde 1919 eröffnet“, erzählt Caren Pfeil, Leiterin des Metropol, die trotz aufwendiger Recherche nicht herausfinden konnte an welchem Tag die Eröffnung genau stattfand.

Herausgefunden hat man jedoch, dass das Gebäude vor der Nutzung als Kino eine Synagoge war und später als Café genutzt wurde. Mit der Eröffnung als Kino wurden im Saal mit mehr als 500 Plätzen und im Hof heutige Filmklassiker gezeigt. 1946 wurde der damalige Besitzer enteignet und das Haus in „Kino der Schaffenden“ umbenannt. In den 1950er Jahren kam es zum Umbau und nur noch 300 Gäste fanden Platz. Zudem gilt das Haus als Gründungskino des Goldenen Spatzen im Jahr 1973. Nach der Wende wurde das Gebäude von der Treuhand verwaltet und ging 1991 an die damalige UFA Filmgesellschaft. Bis 1998 probierte man hierbei einiges aus, um die Anwohner ins Kino zu locken, doch 1998 kam das aus und mit „Comedian Harmonists“ flimmerte der vorerst letzte Film über die Leinwand. Danach fanden einige Veranstaltungen statt, doch auch die Musik verstummte mit der Zeit und das Haus wurde ein Jahrzehnt seinem Verfall überlassen.

2010 kaufte Falk Bräuner den Komplex aus einer Versteigerung und suchte später den Kontakt zu den Kinobetreibern. „Wir haben darüber gesprochen und natürlich ist man erst einmal skeptisch, doch als mein Bruder mit Plänen für den Umbau aufschlug war klar, dass das Projekt bereits ins Rollen gekommen ist und jetzt auch durchgezogen wird“, so Caren Pfeil. Das Metropol wurde nach Vorstellung der Betreiber saniert und in den ersten Jahren war man Mieter des Hauses, bevor 2018 der Kauf erfolgte. „In unseren drei Sälen mit insgesamt über 170 Plätzen gibt es jährlich knapp 4.000 Filmvorstellungen“, so Geschäftsführer Christian Pfeil weiter.

Um das Jubiläum zu würdigen, wurde ein neuer Trailer für das Kino produziert, der in 100 Sekunden die 100jährige Geschichte des Hauses erzählt und ab sofort vor jedem Film gezeigt wird. Des weiteren wird am 29. Mai das erste große Kinofest gefeiert. An diesem Tag werden Filmhighlights gezeigt, es gibt Musik, Gäste der Filmbranche werden da sein und im Hof des Hauses will man mit einem kleinen Open Air Kino an die alte Tradition aus vergangenen Tagen anknüpfen. Zum Fest will man außerdem einen von Gerald Risch gestalteten Metropol Jahreskalender präsentieren. Zudem startet jetzt die Reihe „Filmklassiker aus 100 Jahren Filmgeschichte“. Unter diesem Motto wird einmal pro Monat, im Rahmen einer Sonntagsmatinee, ein Klassiker gezeigt. Weitere Events im Rahmen des Festjahres sind in Planung und werden rechtzeitig bekanntgegeben. „Wir freuen uns natürlich nicht nur zu den Events auf Gäste, sondern auch bei den Vorstellungen ist jeder willkommen. Caren hat ihre Idee mit dem Kinderfilmprogramm durchgesetzt und es zeigt sich anhand der Zahlen, dass dies genau richtig war“, so Markus Eisele, der Partner von Christian Pfeil, mit dem er in Deutschland mittlerweile fünf derartige Kinos betreibt. Zudem setzt das Haus auf eine eigene Marketingstrategie, welche ebenfalls aufzugehen scheint, denn auch immer mehr junge Erwachsene finden den Weg ins Metropol und geben an, dass dies in Sachen Film die erste Adresse für sie sei. Gelockt werden diese mit einem Eintrittspreis von 5 Euro, den man bis zum Beginn des 21. Lebensjahres bezahlt, egal bei welchem Film mit welcher Länge. Hinzu kommt, dass die Betreiber viel Wert auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen der Stadt, legen. So ergeben sich Synergieeffekte, die beide Seiten gut nutzen. „Das Metropol ist das älteste noch in Betrieb befindliche Kino in Thüringen und darauf kann die Stadt stolz sein”, so Christian Pfeil abschließend.

( Lars Werner, 30.01.2019 )

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