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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut(et) es“

Mehrere hundert Zuhörer erleben alljährlich am 24. Dezember das weihnachtliche Turmblasen des Posaunenchores vom Rathausturm. Die Bläser erfüllt dies schon mit einem gewissen Stolz, feiert ihr Posaunenchor in diesen Tagen sein 90-jähriges Bestehen. Es war im Jahre 1928 als in der Sakristei der Johanniskirche in Gera einige junge musikbegeisterte Bläser des CVJM unter Leitung des späteren Landesbischofs Thüringens, Dr. Moritz Mitzenheim, einen Posaunenchor ins Leben. „Ich war 11 Jahre alt, als mich mein Vater das erste Mal auf einem Instrument blasen ließ“, erinnert sich Paul Dreyhaupt. Tenorhorn, Posaune und Trompete konnte er sich im Laufe der Zeit aneignen. Historische Fotos zeigen den kleinen Paul neben Vater Heinrich, der über 30 Jahre den Geraer Posaunenchor leitete. Heute blickt Paul Dreyhaupt auf über 50 Jahre aktive Mitarbeit zurück. Neben ihm gehört der Trompeter Friedrich Jorcke zu den dienstältesten Bläsern im Posaunenchor. Bis heute hat sich die Tradition, das Blechblasen in den Familien weiterzugeben, auch im Geraer Posaunenchören erhalten. Ronald Schuch hat seinen Sohn Jakob dafür begeistern können und somit Nachwuchsarbeit geleistet. Auch Johannes Freytag ist mit Sohn Jakob heute regelmäßig dabei.

Das Alterspektrum reicht von jungen 15 bis über 80 Jahren, was heißen soll, es gibt kaum Hinderungsgründe für eine Mitgliedschaft in einem Posaunenchor. Derzeit zählt der Chor 20 aktive Bläser, vom Profimusiker bis zum engagierten Laien. Gerade in den letzten fünf Jahren hat der Posaunenchor viel Zuwachs und Zuspruch erfahren. Als einen wichtigen Grund dafür nennt Paul Dreyhaupt den Zusammenschluss aller Bläser der Stadtkirchengemeinde Gera zu einem gemeinsamen Posaunenchor. Zu vielen Anlässen innerhalb der Evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde Gera spielt der Chor. Auch darüber hinaus unterstützt der Chor Veranstaltungen im Großraum Gera. Seit dem Jahre 2013, unter der Leitung von Kantor Martin Hesse, hat sich das Repertoire stetig weiterentwickelt. „Anspruchsvolle Werke mit qualitativ höherem Niveau schaffen neue Herausforderungen und erweitern unser Spektrum enorm“, schätzt Paul Dreyhaupt und gesteht, dass die neue Ausrichtung interessierte Bläser aus dem Umland auf den Chor aufmerksam werden ließ.

Kantor Martin Hesse probt neben klassischen Posaunenchorstücken, zeitgenössische, auch poppige Literatur, darunter Volkslieder und Gospelsongs. Gemeinsam mit Orgel und Chor wurde bereits musiziert. „Unter der Leitung von Martin Hesse hat sich der Posaunenchor sehr gut entwickelt, ist eine Einheit geworden und alle Bläser sind mit viel Begeisterung dabei. Diese neue Vielfalt an Bläsermusik kommt bei unseren Zuhörern sehr gut an“, freut sich Paul Dreyhaupt und versteht seine Posaunenarbeit auch als eine Art musikalische Seelsorge. „Wir sind sehr gern und viel unterwegs“, bestätigt er den stets vollen Kalender der ehrenamtlichen Musiker. Auftritte in Altenheimen und Krankenhäusern gehören zu festen Terminen. Seit ein paar Jahren spielt der Posaunenchor ein weihnachtliches Konzert im Gefängnis, in der JVA Hohenleuben. Alljährlich zur Fête de la Musique beteiligen sich die Blechbläser am großen Straßenmusikfestival.

Ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus allen Genres und Jahrhunderten haben die Bläser für ihr Festkonzert am 9. Juni, 17 Uhr, in der St. Salvatorkirche vorbereitet. Der Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag, 10 Uhr, ist ebenfalls mit Bläsermusik.

Eine lange Freundschaft verbindet die Geraer mit dem Posaunenchor aus Esslingen-Sulzgries. „Die freundschaftlichen Kontakte reichen zurück bis in das Jahr 1985“, erklärt Paul Dreyhaupt. Seitdem treffen sich die Bläser regelmäßig und musizieren zu allen größeren Festen zusammen. Zum 90. Jubiläum werden Gäste aus Esslingen erwartet.

Kantor Hesse und Paul Dreyhaupt laden in diesem Zusammenhang interessierte Blechbläser und junge Leute zu den gemeinsamen wöchentlichen Proben jeden Mittwochabend in die Johanniskirche ein. 

( Wolfgang Hesse, 09.06.2018 )

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