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Ein Stadtteil wird 60

Brigitte Knorr kennt den Bieblacher Hang wie ihre Westentasche. Sie war eine der ersten Bewohner dieses in den 60er Jahren neu errichteten Wohngebietes. „Mit meinem Ehemann bin ich 1960 in eine Zwei-Raum-Wohnung in den Glück-Auf-Weg gezogen. Damals dachte ich mir noch, wie weit draußen das ist, heute sind wir mittendrin, denn immer mehr Häuser sind um uns herum entstanden”, sagt sie. In dem Block von Brigitte Knorr gibt es nur Zwei-Raum-Wohnungen, die unteren wurden in den 60ern als Geschäfte genutzt. „Die zwei Wohnungen im Erdgeschoss waren Lebensmittelgeschäfte. Die Wohnungen wurden zusammengelegt und so gab es vier Räume für Fleisch, Backwaren, Gemüse und Lebensmittel allgemein. Die Küchen und Bäder wurden als Lager genutzt”, erinnert sie sich zurück. Später, als die Kaufhalle, die heutige Rewe, zeitgleich mit der Poliklinik erbaut wurde, zogen in die Wohnungen Wismut-Boxer ein. „Ulli Wegner war für zwei drei Jahre mein Nachbar”, schmunzelt sie. Für die gelernte Textilfachverkäuferin und ihren Mann gab es nie einen Grund, Bieblach zu verlassen. „Wir hatten hier immer alles. Und mit der Bahn bin ich schnell überall”, so die 78-Jährige. Sie genießt die Spaziergänge durch das Grün und erinnert sich noch gern an die Dinge, die damals in Gemeinschaftsarbeit an den Wochenenden entstanden sind. „Wir haben viel in Eigeninitiative und viele Einsatzstunden im Privaten am Wochenende geleistet. Gemeinsam mit unseren Nachbarn haben wir danach gefeiert und dafür die Bowle in den Waschkesseln zubereitet”, erinnert sie sich gern an diese Jahre zurück. Brigitte Knorr gehört zu den ältesten Bewohnern im Stadtteil und ist daher Teil der Ausstellung, die im Rahmen der Festveranstaltung „60 Jahre Bieblacher Hang” von den Fotofreunden Bieblach erarbeitet wurde.

Am Donnerstag, 19. April, ab 10 Uhr, lädt der Bieblacher Hang zu seiner Geburtstagsfeier ein. Organisiert von der GWB „Elstertal”, federführend von Stadtteilmanagerin Steffi Nauber, wird es gemeinsam mit der Unteren Denkmalschutzbehörde einen Rundgang entlang des Geschichtspfades geben. „Start ist ab der Begegnungsstätte der GWB Elstertal ‚Treffpunkt Bieblach‘, Erich-Mühsam-Straße 2. Wir freuen uns auf zahlreiche Bewohner, Gäste und Neugierige, die mit uns den Bieblacher Hang erkunden. Gegen 12 Uhr erreichen wir die Bieblacher Regelschule. Dort wird uns Hans-Jürgen Voit in Empfang nehmen und uns durch die Schule führen. Hier gibt es auch die Schülervorstellung der Projektergebnisse zur Geschichte des Stadtteils”, lädt Steffi Nauber ein. Von 14 bis 16 Uhr kann die Ausstellung zur Historie der Kindertagesstätte „Krümel“ der Volkssolidarität e.V. im Steigerweg 6 besichtigt werden, bevor dann pünktlich 16 Uhr die Fotoausstellung „60 Jahre Bieblacher Hang“ – Portraitfotos von Bieblacher Bürgern – erstellt durch die Fotofreunde Bieblach im „Treffpunkt Bieblach“, Erich-Mühsam-Straße 2 eröffnet wird. „Es ist dem Aufschwung der 50er Jahre zu verdanken, dass Gera durch großen Zuzug aus den Nähten platzte”, erinnert Martina Schramm, Geschäftsführerin der GWB „Elstertal”. „Der vorhandene Wohnraum konnte dem nicht Rechnung tragen und so begann die Planung des ersten komplexen Wohngebietes nach dem zweiten Weltkrieg. Die Grundsteinlegung 1958 war der Beginn für die Entstehung eines Wohnquartiers, das städtebaulich und in der Lebensqualität seinesgleichen sucht. Die Wohnqualität, die Freianlagen und die in mehreren Jahren geschaffenen Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen waren dafür charakteristisch. Ganz besonders beachtenswert ist das damalige Engagement aller Beteiligten, insbesondere der Anwohner im Wohngebiet”, gemeinsam mit Markus Popp lädt Martina Schramm zu dieser Jubiläumsfeier ein.

( Fanny Zölsmann, 14.04.2018 )

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