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Stadtbahnbrücke Untermhaus

 Für über 100 Brücken ist der Fachdienst Tiefbau in Gera zuständig. Neben der Sicherheit steht auch die Reinigung der Brücken auf dem Programm der Mitarbeiter. Die finanzielle Situation der Stadt trägt jedoch dazu bei, dass in Sachen Reinigung nur das nötigste getan wird. Deutlich zu sehen ist dies unter anderem an der Stadtbahnbrücke im Stadtteil Untermhaus. Von den Anwohnern wird das „eigentlich“ in Goldgelb strahlende Stahlkonstrukt gern auch „Golden Gate Bridge“ genannt, jedoch erstrahlt diese durch Moos, Dreck und Malereien schon lange nicht mehr. Zwar sieht man die optischen Mängel als Beeinträchtigung, jedoch sind diese nicht ausschlaggebend für die Standfestigkeit der Brücke. Mit der Hoffnung, dass es Anwohner und Gäste schon nicht stören wird, blieb der Dreck bisher eben dran.

Dies änderte sich, als die Brücke in der Facebook Gruppe „Gera – unsere Stadt“ zum Thema wurde. Über 8000 Personen haben sich dieser über die Jahre angeschlossen und diskutieren zu jeglichen Themen der Stadt, tauschen Termine aus und zeigen ihre Sicht auf Gera. Zugegeben geht es hier nicht immer sachlich zu und der ein oder andere schlägt bei der Wortwahl über die Stränge. Jedoch war man sich in Sachen Brücke schnell einig, dass man ohne große Diskussionen einfach selbst Hand anlegen sollte. Als erster schnappte sich am Freitag vor einer Woche Stephan Sorgatz, Mitglied der Gruppe, Eimer und Schwamm um mit dem Brückenputz zu beginnen. Bei Facebook dokumentiert rief er dazu auf, alle die Zeit und Lust haben, vorbei zukommen um mitzuhelfen. Dem Aufruf folgten noch am selben Abend einige Personen und so machte man sich gemeinsam daran die Geländer und Streben zu reinigen. In wechselnder Besetzung waren am späten Samstagnachmittag bis zu 20 Personen auf der Brücke um diese vom Dreck zu befreien. Auch Ortsteilbürgermeister Reinhard Schmalwasser kam vorbei um das Engagement der Putzkolonne zu würdigen. „Daran sieht man, dass Facebook auch Gutes bewirkt. Es ist schön zu sehen, wie sich die Geraer ins Zeug legen um den Putz der Brücke in Eigeninitiative und ohne große Diskussionen organisieren und durchziehen. Respekt“, so Schmalwasser im Gespräch. Doch klar ist, dass die Reinigung nur im inneren Sichtbereich der Brük­ke erfolgen kann, denn verletzen oder von der Brücke stürzen will und soll natürlich keiner. Hierzu hat Schmalwasser jedoch die Idee, Feuerwehr und eventuell auch das Technische Hilfswerk zu fragen, ob diese im Rahmen einer Übung die Außenseiten der Brücke eventuell reinigen könnten. „Da ist ein Feuer entbrannt, welches natürlich nicht gleich wieder ausgehen soll. Daher ist es neben der Würdigung der Aktion auch wichtig, dass wir uns auch ins Zeug legen und eben versuchen werden, dass man mit Hilfe der Einsatzkräft noch etwas dazu beitragen kann“, erklärt Schmalwasser. Am Sonntagabend meldete man in der Facebook Gruppe erst einmal, dass die Reinigung der Brücke vollzogen und beendet ist.

( Lars Werner, 07.10.2017 )

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