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„Was die Bürger bewegt, in Dialog einmünden lassen“

Zum Erfolg in der Politik gehört immer auch Gestaltungswille, der nah bei der Kunst lebt. An Gestaltungswille fehlt es dem Künstler Erik Buchholz auch in seiner Tätigkeit als Ortsteilbürgermeister nicht. Seit dem 26. September 2010 ist er Ortsteilbürgermeister von Frankenthal/Scheubengrobsdorf und seit 2014 auch von Windischenbernsdorf.

Seit 1923 gehören Frankenthal, Scheubengrobsdorf und Windischenbernsdorf zu Gera. Die damit einsetzende städtische Prägung sei schon zu spüren, doch das ländliche überwiegt weiter, meint Erik Buchholz. Ändern möchte er daran nichts und so mag manches, was aus den Westvororten bis zum Rathaus dringt, auch etwas rebellisch wirken. So bekam man rasch mit, dass man als Bürgerinitiative Frankenthal im Rathaus nicht so Recht Gehör fand. Besser wäre ein Vorsprechen als Ortsteilrat. „Eigentlich ging dann alles ganz schnell“, erinnert sich Erik Buchholz. „Wir hatten das Thema Ortsteilrat im Gemeindekirchenrat besprochen und gesellten uns in die planende Runde, die schon aktiv waren und es wurde uns auch rasch klar, dass wir Scheubengrobsdorf mit einbeziehen müssen.“ Hilfe gab es von Norbert Hein, dem damaligen Bürgermeister und Finanzdezernenten, was Erik Buchholz noch heute als einen positiven Gewinn sieht. Im September 2010 war es dann soweit und über den Ortsteilrat konnte nun das eher rebellisch Wirkende in einen Dialog einmünden.

Sportverein, Kirchgemeinde, Feuerwehr, Bürgerverein, Schule, Kindertagesstätte, ortsansässige Unternehmen – sie alle prägen das gesellschaftliche Leben in den Westvororten. Nicht alles neu zu erfinden sondern Vorhandenes nutzen und zusammenführen. All das, was die Bürger bewegt in einen Dialog einmünden zu lassen, diese Aufgabe sollte nun der Ortsteilrat übernehmen. Erik Buchholz, so die Entscheidung der Bürgerschaft, schien dafür der richtige Mann zu sein, vielleicht auch deshalb, weil sich seine künstlerischen Hauptwerke durch feine Schichtungen und grafische Details auszeichnen und er als Künstler auch sehr Heimat verbunden ist. Zwar zog es den in Gera geborenen, wo er auch seine Kindheit, Schulzeit und Ausbildung verbrachte, gen Westen, doch bald kehrte er in seine thüringische Heimat zurück. Hier findet er ein sehr gutes Miteinander, indem auch die Kinder in einer idyllischen Lage unbeschwert aufwachsen können.

Vier Jahre lang prägte der Kanalbau seine Arbeit im Amt. „Keiner wusste so Recht, was da auf uns zukommt. Als Ortsteilrat haben wir diese umfangreiche Baumaßnahme über drei Jahre mit begleitet und sind jetzt froh, dass es geschafft ist.“ „Einfach war es nicht und so manches blieb dabei auch noch auf der Strecke. Dennoch konnten wir Einfluss auf die Gestaltung nehmen. So auf die Ableitung des Oberflächenwassers durch ein verändertes Regenwassersystem nördlich Frankenthals“, erzählt der 45-Jährige und lobt die enge konstruktive Zusammenarbeit mit Günther Laumann vom Fachgebiet Tiefbau und der Firma VSTR.

Einen wichtigen Partner sieht Erik Buchholz im Verein Bürgerzentrum Scheubengrobsdorf. Gegründet im Ringen um den Erhalt der Grundschule, hat sich der Vorstand unter seinem engagierten Vorsitzenden Frank Stein sehr frühzeitig dafür entscheiden, das gesellschaftliche Leben in den Westvororten zu erhalten und voranzubringen. Die enge Verknüpfung mit den Aktivitäten all der anderen fleißig agierenden Vereine und Einrichtungen, bringt nicht nur Leben in den Ortsteil, sondern trägt auch zur Harmonisierung der Bürgerschaft bei. Die gute Zusammenarbeit der Vereine und Gruppen im Ortsteil ist ein wichtiges Anliegen, dabei kann der Ortsteilrat ein wesentliches Bindeglied und Podium sein. Die jahrelangen Bemühungen von TSV Westvororte um den Sportplatz und die einsatzfreudigen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Frankenthal bilden ein starkes Gerüst für das Leben im nun größeren Ortsteil.

Dass mit wenig Geld, aber mit viel Engagement Großes bewegt werden kann, zeigte sich 2012 bei der Einweihung des Spielplatzes in Frankenthal. „Ganze 5.000 Euro aus der Sparkassenstiftung standen uns zur Verfügung. Gemeinsam haben wir es geschafft, Dank auch der Kirchgemeinde, auf deren Gelände der Spielplatz dann entstanden ist. Auch hier erwies sich der Ortsteilstatus als wohltuend, wurde so die Pflege der Anlage, wie auch anderer Flächen, durch Mitarbeiter der OTEGAU übernommen.“

Was Erik Buchholz ärgert, ist dass immer noch nicht gelöste Geh- und Radwegproblem zwischen Scheubengrobsdorf und Frankenthal. Die Hoffnung darauf, diesen Bürgerwunsch Realität werden zu lassen, scheiterte bisher teils an privaten Eigentumsrechten. „Die Chance, das Problem in Verbindung mit dem Kanalbau zu lösen, ist vertan. Dennoch, wir geben die Hoffnung nicht auf und sind gerade dabei einen neuen Anlauf zu nehmen.“ Die vielen Ausflügler, die es alljährlich zum Männertag, Ostern und Pfingsten in und durch die Westvororte zieht, würde es bestimmt freuen.

Seit 2014 gehört Windischenbernsdorf mit seinem Wohngebiet „Wildbirne“ zum Ortsteil Westvororte. „Windischenbernsdorf war immer ein Thema im Ortsteilrat. Zwei Tage Bedenkzeit gab es. Zwei Tage, die für eine positive Entscheidung ausreichten“, so Erik Buchholz.

Aktuell, aber sehr umstritten, so Erik Buchholz, sei die Ansiedlung eines Einkaufszentrums an der Stadtrodaer Straße, auf dem Areal, welches während des Kanalbaus als Bus-Wendeschleife genutzt wurde.

Möglicherweise inspiriert durch die Zwötzener Chronik, anlässlich der 700 Jahr Feier, wünscht sich Erik Buchholz auch eine Chronik für die Westvororte. Das Interesse ist groß, weiß er, auch Material sei genügend vorhanden, welches gesichtet und aufbereitet werden muss. „Das Schulprojekt „Dorfdetektive“ war ein solch wichtiger Anfang, der nun auf einer breiteren Ebene unter Einbeziehung der Vereine, Einrichtungen und aller interessierter Bürger Fortsetzung finden muss“, so Erik Buchholz.

Für alles, was im Interesse des Ortsteils ist, hat Erik Buchholz ein offenes Ohr. Das Gespräch kann man mit ihm suchen im Ortsteilbüro jeden dritten Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr oder über erik.buchholz@web.de 

( Reinhard Schulze, 14.02.2015 )

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