Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Teruhiko Komori musiziert zum Abschied

Ob ihm die Rolle eines übertrieben eifersüchtigen Ehemanns besonders steht, sei gleich ’mal dahingestellt. Offenbar ist aber der „Fluth“ in „Die Lustigen Weiber von Windsor“ für Teruhiko Komori ein persönliches Schicksalszeichen. Die Partie rundet(e) berufliche Lebensabschnitte und wird am 10. Juni nun seine letzte Premiere bei Theater & Philharmonie Thüringen in Altenburg. Sie war auch der letzte Part, den der Japaner in seiner Heimat übernahm, ehe er zum Studium an der Hochschule der Künste Berlin in Deutschland aufbrach. Dazwischen liegen 17 Jahre und ein ganzes Dutzend davon mit Wohnsitz in Gera. Hier erfüllte sich für ihn ein Traum: Der junge Bariton aus Tokio gehörte erstmals zu einem festen Ensemble. Er hatte darin gute Möglichkeiten, um sich zu profilieren. Der jetzt 45-jährige nennt diese selbst gern seine „Gesellenzeit“, zumal er beständig auf der Suche nach Vervollkommnung war.

Zur bisherigen Krönung wurde im vorigen Jahr die Ehrung mit dem künstlerischen Titel eines „Kammersängers“. So eine Würdigung erlebte er zuvor für sein Vorbild Falk Struckmann mit. Nun galt sie sogar ihm; wohl als erstem Japaner überhaupt. „Sehr tief berührt hat mich, dass meine Arbeit und mein ernsthaftes Streben nach Schönheit anerkannt wurden.“ Das schrieb Komori darüber in sehr persönlichen Einladungen zum verkündeten Abschied auf Raten. 

Im Herbst werden die Komoris, Sohn Kento, Teruhiko und seine Frau Tokiko ins Land der aufgehenden Sonne zurückkehren. Zunächst aber kam im April seine Lieblingspianistin Yoko Hattori nach Thüringen, mit der er u.a. seit acht Jahren in Tokio die Konzertserie „Duo Recital“ gestaltet. In Gera und Weimar boten sie Abende zu Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ und mit Opern-Arien. Dabei gesammelte Spenden dienen wie 2011 der Unterstützung konkreter Projekte zum Wiederaufbau in Regionen der Erdbeben-, Tsunami-, bzw. Reaktor-Katastrophen. Die „Sendai-Philharmonie“, deren Haus zerstört wurde, gehört dazu. Diese Musiker spielten in Auffanglagern und wollten die Flüchtlinge mit Musik trösten. Komori wird 2013 z.B. eine Hauptrolle in einer japanischen Oper zur wahren Geschichte von Sendai mit dem Orchester singen. Die Produktion ist zum Teil der Rekonstruktion gewidmet. „Nun habe ich das starke Gefühl, meine Erfahrungen in der Heimat weitergeben und dabei sein zu müssen“, ist ein Motiv seiner Rückkehr. Auslöser vielleicht Gedanken, er fürchte ein schlechtes Gewissen, in Europa als in Sicherheit betrachtet zu werden. Typisch japanische Ehrenhaftigkeit?!

Mit der Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera e.V. veranstaltete er mehrfach zuvor schon Abende und Benefizkonzerte. In Gera habe das Theater so eine Größe, wo man noch sehen könne, dass der Künstler weint oder schwitzt. Komori schwärmt von vielen tollen Partien, die er bei TPT seit seinem Debüt mit „Rigoletto“ bekam. Hier nun seine Meisterstücke aufzählen zu wollen, hieße Wasser in die Elster zu gießen. Interessanter wird am 3. Juni ab 15 Uhr dazu die Spezialausgabe von „Theatercafé“ in der BaP. Diesmal ganz in Familie. Ehefrau Tokiko, die er einst im Chor bei „Madame Butterfly“ kennenlernte, wird mit ihm erstmals öffentlich im Duett singen. Der „Sänger Komori“ sei ein Produkt beider Partner. Ihr Sohn wird mit seinem Lehrer Matthias von Hintzenstern vom Philharmonischen Orchester Cello spielen. Traditionelle Lieder aus Japan bieten sie zu dritt oder am Klavier begleitet von Repetitor Takahiro Nagasaki. Die Komoris werden wohl persönlicher als sonst plaudern über die 12 Jahre hier und im Ausblick auf ihre Zukunft in Tokio. Am 15. Juli gibt Kammersänger Teruhiko Komori in „I Capuleti e i Montecchi“ seine letzte Geraer Vorstellung.   

( Thomas Triemner, 01.06.2012 )

zurück